RPA: Potenziale für Unternehmen

Robotic Process Automation (RPA) ist nicht neu und wurde bereits Anfang der 2000er Jahre erstmalig erwähnt [1]. Warum gibt es aber dann immer noch so einen großen Hype um die Technologie? Einen Grund spielt vermutlich die fortlaufende Entwicklung von verwandten Technologien wie bspw. künstlicher Intelligenz oder Process Mining, die mit RPA kombiniert große Potenziale für Unternehmen darstellen [2].

Heute noch verbringen Angestellte 10-25% ihrer produktiven Arbeitszeit mit sich wiederholenden Aufgaben. Gemäß der Deloitte Global RPA Survey haben 53% aller Unternehmen bereits erste RPA-Anstrengungen unternommen [3].

Was ist RPA?

Bei der robotergestützten Prozessautomatisierung (RPA) handelt es sich um eine Technologieanwendung, die auf der Grundlage von Geschäftslogik und strukturierten Eingaben auf die Automatisierung von Geschäftsprozessen abzielt. Mithilfe von RPA-Tools sind Unternehmen in der Lage, Roboter für bestimmte Aufgaben zu programmieren. Auf diese Art können Anwendungen bestimmte Transaktionen erfassen oder interpretieren. Daten können manipuliert werden, Reaktionen ausgelöst und eine Kommunikation mit anderen digitalen Systemen angestoßen werden [4].

Wie bei Menschen können Software-Roboter Aktionen tätigen, wie zum Beispiel verstehen, was auf einem Bildschirm angezeigt wird, die richtigen Tastatureingaben vornehmen, in Systemen navigieren, Daten identifizieren und extrahieren und eine breite Palette festgelegter Aufgaben ausführen. Jedoch können dies Software-Roboter schneller und konsistenter als Menschen – ohne sich mal die Beine vertreten zu müssen, oder einen Kaffee zu trinken.

Die 3 Kernvorteile von RPA Anwendungen

Arbeitsabläufe werden optimiert

Durch die Automatisierung von Prozessbrüchen und sich wiederholenden Aufgaben steigt die Profitabilität und unproduktive Zeiten werden vermieden. Mitarbeitende profitieren unmittelbar von einer besseren Reaktionsfähigkeit und einer höheren Flexibilität.

Die Mitarbeiterzufriedenheit wird gesteigert

Durch den Wegfall von Routineaufgaben steigen Produktivität und Belastungstoleranz von Mitarbeitenden. Fehler werden systematisch vermieden, die Compliance verbessert und letztlich eine höhere Wertgenerierung durch Mitarbeitende erzielt.

Einfache Umsetzung

RPA setzt in der Regel auf der existierenden Infrastruktur auf und erfordert wenig kosten- und zeitintensive Anpassungen der Software- und Hardwareumgebungen. RPA ist in der Lage, Arbeitsabläufe zu automatisieren, die Legacy-Systeme ohne APIs, Infrastrukturen für virtuelle Desktops oder Datenbankzugriffe umfassen. Durch die nicht-invasive Anwendungen von Bots wird die digitale Transformation deutlich erleichtert [5].

Anwendungsbeispiele in der Industrie

Die Anwendung von RPA kann über verschiedene Industriezweige hinweg vorteilhaft sein.

Beispielsweise im Handel ermöglichen richtig eingesetzte Bots das Verfolgen von Auftragsstatus und eine transparente Kundenkommunikation. Vertriebsdaten können gezielt analysiert werden und darauf aufbauend eine verbesserte Produktionssteuerung ermöglichen.

In der Versicherung und dem Gesundheitswesen kann eine datenschutzkonforme Verarbeitung von Patientendaten durch Bots erleichtert werden. Lediglich die Personen, die entsprechend autorisiert sind, greifen aktiv auf Daten zu, die Verarbeitung derselben bleibt anonym. Auch Schadfallbearbeitungen und administrative Prozesse im Versicherungswesen können optimiert und Fehler und Betrug so systematisch vermieden werden. In der Finanzindustrie sowie dem Banking haben sogenannte Roboadvisor längst Einzug erhalten. Häufig unterstützen Roboter in einer menschlichen Beratung und entlasten damit direkt die beteiligten Mitarbeiter [6].

RPA als Wettbewerbsvorteil

Die Anwendungsbereiche für RPA sind vielfältig und immer da wertvoll, wo Entscheidungen und Aktionen von algorithmischer und sich wiederholender Natur sind. Unternehmen sind gut darin beraten, ein Verständnis für die Potenziale von RPA-Lösungen zu entwickeln und diese in der Zukunft zu einem Wettbewerbsvorteil auszubauen.

Quellen:

[1] Ivančić, L., Suša Vugec, D., & Bosilj Vukšić, V. (2019, September). Robotic process automation: systematic literature review. In International Conference on Business Process Management (pp. 280-295). Springer, Cham.

[2] Chakraborti, T., Isahagian, V., Khalaf, R., Khazaeni, Y., Muthusamy, V., Rizk, Y., & Unuvar, M. (2020, September). From robotic process automation to intelligent process automation. In International Conference on Business Process Management (pp. 215-228). Springer, Cham.

[3] Deloitte Global RPA Survey. (2021, 8. April). Deloitte Romania. https://www2.deloitte.com/ro/en/pages/technology-media-and-telecommunications/articles/deloitte-global-rpa-survey.html

[4] Hofmann, P., Samp, C., & Urbach, N. (2020). Robotic process automation. Electronic Markets, 30(1), 99-106.

[5] Rutaganda, L., Bergstrom, R., Jayashekhar, A., Jayasinghe, D., & Ahmed, J. (2017). Avoiding pitfalls and unlocking real business value with RPA. Journal of Financial Transformation, 46(11), 104-115.

[6] Dilmegani, C. (2022, 5. Dezember). Top 80+ RPA Use Cases/Projects/Examples in 2022. AIMultiple. https://research.aimultiple.com/robotic-process-automation-use-cases/