Wo fängt die Digitalisierung an und wo hört sie auf? Die Suche nach einer Begriffsdefinition

Veröffentlicht von am 27. März 2019 · Kommentieren

Wenn sich ein Unternehmen auf einer Website oder in einer App den eigenen Kunden präsentiert, zählt das dann schon als Digitalisierung?

Vor gut zwei Jahrzehnten wäre die Antwort noch ein klares „ja!“ gewesen. Als Digitalisierung galt die Umwandlung von analogen Werten in digitale Informationen, so dass Computer diese verarbeiten konnten. Aus heutiger Sicht ist diese Definition allerdings bei Weitem nicht mehr ausreichend. Im englischsprachigen Raum wird daher auch zwischen „digitization“ und „digitalization“ unterschieden, wobei „digitization“ die beschriebene Umwandlung in digitale Daten meint und „digitalization“ deutlich mehr umfasst.

Wenn ich einen zuvor analogen Prozess digital abbilde und implementiere, ist es dann Digitalisierung?

Hier wird es schwammig. Je nachdem welche Quelle man zurate zieht, kann die Prozessautomatisierung den Kern oder auch nur einen kleinen Ausschnitt der Digitalisierung darstellen.

Schauen wir uns das mal genau an: Die Automatisierung verfolgt das Ziel, möglichst ohne, zumindest aber mit reduzierter menschlicher Interaktion, wiederholt auftretende Aufgaben zu bewältigen. Das wiederum soll bei erfolgreicher Implementierung zu Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen führen. So kamen insbesondere die Backoffice-Prozesse mit einem hohen Standardisierungspotenzial, die einen hohen zeitlichen Aufwand erforderten, „unter’s Messer“. Irgendwann kommt dann der Punkt, an dem sich keine Prozesse mehr automatisieren lassen oder der Aufwand hierfür in keinem Verhältnis zu dem potenziellen Ertrag steht. Für viele Unternehmen hat sich die Digitalisierung dann erledigt.

Prozessautomatisierung und das war’s?

Digitalisierung ist natürlich mehr als die technische Umwandlung von Informationen und die Automatisierung von Prozessen.

Echte Digitalisierung bedeutet für die meisten Firmen ein elementarer Unternehmenswandel. Auch Gartners IT-Glossary beschreibt Digitalisierung als „[…] the process of moving to a digital business“. Aber was bedeutet das genau

Welche Unternehmensbereiche sind besonders betroffen, und bieten sich auch Chancen?

Aus meiner Sicht betrifft die Digitalisierung heutzutage insbesondere, wenn auch nicht abschließend, drei Bereiche von Unternehmen:

1: Geschäftsmodell

Zur erfolgreichen Digitalisierung eines Unternehmens zählt zuallererst die konsequente Weiter- oder Neuentwicklung des Geschäftsmodells mithilfe neuer, digitaler Technologien. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Springer Verlag, der sich vom klassischen Verlag zum Anbieter digitaler Inhalte entwickelte.

Das Ziel eines solchen digitalen Geschäftsmodells ist es, einen Wert für den Kunden zu schaffen und auf diesem Wege neue Ertragsquellen zu erschließen.

2: Organisation

Digitalisierung bedeutet auch eine Veränderung am Arbeitsplatz. So sind neue Vorgehensmodelle, Methoden aber auch Organisationsstrukturen erforderlich, um digitale Geschäftsmodelle umzusetzen. Hierzu zählen agile Projektmanagement-Methoden, aber auch die Kooperation mit digitalen Start-Ups und die Einführung neuer Rollen, wie die des Chief Digital Officers.

3: Mensch

Selbstverständlich bedeuten diese Veränderungen auch neue Anforderungen an die Menschen, die für die Unternehmen arbeiten. Neben den konkreten neuen Anforderungen an Qualifikation der Mitarbeiter ist vor allem die Bereitschaft für die stetige Weiterentwicklung der eigenen Person aber auch für den Wandel im Unternehmen entscheidend.

Mein Fazit:

Es wird deutlich: Digitalisierung ist extrem vielfältig und betrifft sämtliche Facetten der Unternehmen. Kein Wunder, dass auch immer wieder von digitaler Transformation, digitalem Wandel oder sogar digitaler Revolution gesprochen wird.

ARKADIA hat mit dem Digital Transformation Framework einen ganzheitlichen Ansatz entwickelt, mit dem Sie evaluieren können, wie ihr Unternehmen in puncto Digitalisierung aufgestellt ist. Gerne begleiten wir Sie auch während der digitalen Transformation Ihres Unternehmens. Sprechen Sie uns hierzu gerne an.

Ihre Ansprechpartner bei ARKADIA:

Franciska Dignas | franciska.dignas@arkadia.de

Bert Hölscher | bert.hoelscher@arkadia.de

Quellen:

https://www.forbes.com/sites/jasonbloomberg/2018/04/29/digitization-digitalization-and-digital-transformation-confuse-them-at-your-peril/#5491b6c52f2c

https://veranstaltungen.handelsblatt.com/bankengipfel/drei-stufen-der-automatisierung-im-banking-backoffice/

https://www.gartner.com/it-glossary/digitalization/