Energiemanagement: So setzen Sie erfolgreich Ihre Jahresziele um

Veröffentlicht von am 24. Januar 2020 · Kommentieren

Die ersten Wochen des neuen Jahres sind bereits Vergangenheit. Persönliche Ziele für 2020 sind gesetzt: Steigerung der persönlichen Zufriedenheit und Gesundheit, Erhöhung der eigenen Leistungsfähigkeit einhergehend mit einem Karrieresprung usw.

Bei dem ein oder anderen lässt die Motivation zur Umsetzung bereits nach. Statistisch gesehen erreichen nur wenige die Ziele, die sie sich am Anfang des Jahres gesteckt haben. Das hat unterschiedliche Gründe. Ein wesentlicher ist der Zeitfaktor, oder etwa nicht?

Mit Energiemanagement effektiver zum Ziel

Laut Tony Schwarz und Catherine McCarthy ist Zeit eine begrenzte Ressource, d.h. wir haben nur eingeschränkt Zeit zur Verfügung. Energie hingegen ist eine unendliche Ressource, die sich durch tägliche Routine wieder regenerieren kann und systematisch erweitern lässt. Das Management von Energie lässt sich in die folgenden vier Bereiche gliedern:

  • Körper: Der Körper ist der Motor. Damit die Energiereserven aufgefüllt sind, bedarf es bestimmter Gewohnheiten.
  • Emotionen: Emotionen haben einen Einfluss auf den gesamten Energiehaushalt. Manche Emotionen rauben Energie, ohne dass man dies direkt bemerkt. Es ist deshalb wichtig, die eigenen Emotionen in den Griff zu bekommen.
  • Geist: Das Gehirn benötigt gewisse Rahmenbedingungen für Höchstleistung. Auch hier helfen Rituale gegen Überforderung und Erschöpfung.
  • Seele: Der Mensch bestehst nicht nur aus Körper und Verstand. Um die spirituellen Reserven wieder aufzuladen, bedarf es einem pro-aktiven Ansatz.

Im Rahmen einer Studie haben 106 Mitarbeiter amerikanischer Regionalbanken ein Training zur Stärkung der vier Bereiche absolviert. Das Resultat dieser Studie hat gezeigt, dass die Teilnehmer, im Vergleich zu ihrer Kontrollgruppe, bei weitem erfolgreicher in ihrer Arbeit waren und eine größere persönliche Zufriedenheit aufwiesen.

Energiemanagement scheint demnach wesentlich relevanter als Zeitmanagement, wenn es um das Erreichen von persönlichen Zielen, wie persönliche Zufriedenheit und Erfolg, geht. 

Ihr Reality-Check – Wie sieht es mit Ihrem Energiemanagement aus?

Bitte kreuzen Sie an, welche der folgenden Aussagen am ehesten auf Sie zutreffen und summieren Sie diese anschließend:

Körper:

  • Ich bekomme selten sieben bis acht Stunden Schlaf pro Nacht und werde oft wach.
  • Ich esse morgens selten Frühstück oder nur etwas, dass nicht gehaltvoll ist.
  • Ich mache nicht ausreichend Sport (d.h. Herz-Kreislauf Training mindestens dreimal pro Woche und Krafttraining mindestens einmal pro Woche).
  • Ich nehme mir tagsüber keine regelmäßigen Pausenzeiten, um kurz durchzuatmen oder ich esse mein Mittagessen oft an meinem Schreibtisch.

Emotionen:

  • Ich fühle mich auf der Arbeit häufig überfordert oder werde ungeduldig, insbesondere wenn die Arbeit anspruchsvoll ist.
  • Ich habe nicht genug Zeit für meine Familie und Freunde. Wenn ich Zeit habe, dann bin wirke ich abwesend.
  • Ich verbringe zu wenig Zeit mit Dingen, die mir wirklich Spaß machen.
  • Ich nehme mir selten Zeit, um anderen meine Wertschätzung auszudrücken oder meine eigenen Leistungen zu würdigen.

Geist:

  • Mir fällt es schwer, mich auf eine Sache zu konzentrieren und ich werde den Tag über leicht abgelenkt, insbesondere durch E-Mails.
  • Ich verbringe einen Großteil meines Tages damit, auf direkte Krisen und Anfragen zu reagieren, anstatt mich einer wesentlichen Aufgabe über einen längeren Zeitraum zu widmen.
  • Ich nehme mir selten Zeit für Reflexion, sowie strategisches und kreatives Denken.
  • Ich arbeite am Abend oder am Wochenende, und ich nehme meine E-Mails mit in den Urlaub.

Seele:

  • Auf der Arbeit verbringe ich wenig Zeit damit, das zu tun, was ich am besten kann und gerne tue.
  • Meine persönlichen Prioritäten spiegeln sich selten in dem wider, wie ich meine Zeit und Energie tatsächlich einteile.
  • Meine Entscheidungen auf der Arbeit treffe ich häufig aufgrund von äußeren Anforderungen und nicht aufgrund meiner eigenen Überzeugungen.
  • Ich verbringe nicht genügend Zeit und Energie damit, einen Unterschied für Andere auszumachen.

Hinweis zu den Ergebnissen:

  • 0-3: Sehr gute Energiemanagement-Fertigkeiten
  • 4-6: Gemäßigte Energiemanagement-Fertigkeiten
  • 7-10: Wesentliche Energiemanagement-Defizite
  • 11-16: Komplette Energiemanagement-Krise
Ihre persönlichen Ziele mit Hilfe von Energiemanagement erreichen

Richtiges Energiemanagement steigert die eigene Leistungsfähigkeit. Doch wie sieht richtiges Energiemanagement in der Praxis aus? Wir haben Ihnen hier einige praktische Tipps zusammengestellt:

Körper:

  • Verbessern Sie Ihren Schlaf, indem Sie früher zu Bett gehen
  • Reduzieren Sie Stress durch ein Herz-Kreislauf Training dreimal pro Woche und durch Krafttraining einmal pro Woche.
  • Essen Sie kleine Mahlzeiten und leichte Snacks alle drei Stunden.
  • Lernen Sie, erste Anzeichen für Energieverlust zu erkennen – einschließlich Unruhe, Gähnen, Hunger und Konzentrationsschwierigkeiten.
  • Machen Sie kurze, aber regelmäßige Pausen in 90- bis 120-minütigen Intervallen mit einem gewissen Abstand zum eigenen Schreibtisch.

Emotionen:

  • Reduzieren Sie die Intensität negativer Emotionen, wie Reizbarkeit, Ungeduld, Ängste, Unsicherheit durch tiefe Bauchatmung.
  • Fördern Sie positive Emotionen, indem Sie Wertschätzung für andere ausdrücken – z.B. zu Beginn eines Meetings
  • Nehmen Sie bei herausfordernden Situationen eine neue Perspektive ein. Stellen Sie sich Fragen wie „Was würde mein Gegenüber in dieser Situation sagen und wo könnte er ggf. recht haben?“ oder „Wie werde ich die Situation in sechs Monaten bewerten?“ oder „Wie kann ich durch diese Situation wachsen und aus ihr lernen?“

Geist:

  • Reduzieren Sie Ablenkungen, indem Sie Ihr Handy und Ihre E-Mails für konzentrationsintensiven Aufgaben ignorieren.
  • Beantworten Sie Ihre E-Mails im Laufe des Tages zu bestimmten Uhrzeiten.
  • Identifizieren Sie abends die größte Herausforderung für den kommenden Tag und machen Sie diese zu Ihrer Priorität.

Seele:

  • Identifizieren Sie Ihre „Sweet Spot“-Aktivitäten, die Ihnen das Gefühl von Effektivität und Erfüllung geben.
  • Planen Sie einen festen Zeitraum in der Woche für das ein, was für Sie persönlich am wichtigsten ist.
  • Leben Sie Ihre Kernwerte. Wenn Ihnen beispielsweise Pünktlichkeit wichtig ist, Sie aber regemäßig zu spät zu Meetings erscheinen, versuchen Sie beim nächsten Mal bewusst fünf Minuten vor dem Meeting zu erscheinen.
Finden Sie Ihre  Bestimmung

Mit einem besseren Energiemanagement kommen Sie Zielen, wie der Steigerung von persönlicher Zufriedenheit und Gesundheit und Erhöhung der eigenen Leistungsfähigkeit, wesentlich näher. An dieser Stelle schließt sich eine gewagte These von Clayton M. Christensen an. Diese besagt, dass wenn Sie keine klare Vorstellung von Ihrer Bestimmung im Leben haben, Sie Ihre Zeit und Energie wahrscheinlich für kurzfristigen Erfolg einsetzen. Stattdessen sollten Sie für sich definieren, was Ihnen wirklich wichtig ist. In meinem nächsten Artikel werde ich näher auf diese Thematik eingehen.

Ihr Ansprechpartner bei ARKADIA:

Anika Stürenberg Herrera |  anika.stuerenberg@arkadia.de