Herausforderungen der Digitalen Transformation (Teil 1)

Veröffentlicht von am 28. November 2016 · Kommentieren

Notwendigkeit zur Veränderung

Alle reden von der Notwendigkeit zur Digitalisierung und den großen Chancen, neue Geschäftsfelder und Umsatzpotentiale zu erobern. In zahlreichen Beiträgen wird von den großartigen Möglichkeiten der Digitalisierung geschrieben und dazu ermahnt, dass Unternehmen nun zügig ihre Geschäftsprozesse, Produkte und Services digitalisieren, um den Anschluss an die digitalisierte Wirtschaft nicht zu verpassen. Jeder muss mitmachen und möglichst noch heute auf den Zug aufspringen. Viel zu verlockend erscheinen die Möglichkeiten der neuen digitalen Ökonomie. Dabei kommt allerdings zuweilen der Eindruck auf, dass viele dieser Autoren ein Unternehmen nie von innen gesehen haben und niemals Teil eines umfangreichen, organisatorischen Veränderungsprozesses waren.

Viel zu selten wird auf die Schwierigkeiten hingewiesen, die organisatorischen, kulturellen sowie systemischen Herausforderungen zu meistern und diesen Veränderungsprozess ganzheitlich zu orchestrieren. Denn die weitaus größere Herausforderung der Digitalen Transformation liegt in dem inneren Wandlungsprozess. Hier stehen die Unternehmen häufig vor einem Dilemma, denn wir haben es hier mit dem am schwierigsten zu verändernden Produktionsfaktor zu tun, nämlich dem Menschen selbst. Veraltete Denkmuster, Hierarchiedenken und starre Prozessabläufe treffen auf veränderte Rahmenparameter der digitalen Ökonomie. Flache Hierarchien, schnelle Kommunikations- und Entscheidungsprozesse sowie bereichs- und unternehmensübergreifendes, vernetztes Arbeiten stellen die Mitarbeiter und die Unternehmensführung vor ungleich größere Herausforderungen als die technologische Umsetzung der Digitalisierung.

Vor allem für die etablierten Unternehmen ergibt sich nämlich die komplizierte Situation, dass sie ihre heutige Marktposition mit einem – zumindest bislang –  gut funktionierendem Geschäftsmodell erreicht haben. Das bestehende Geschäftsmodell sichert die Existenz des Unternehmens im Hier und Jetzt. Um aber für den digitalen Wettbewerb gerüstet zu sein, muss genau dieses, originäre Geschäftsmodell hinterfragt, und nicht selten komplett verändert werden.

Es muss also eine Antwort darauf gefunden werden, wie vor allem die etablierten Unternehmen die Herausforderungen der Digitalen Transformation angehen und das Digitale Dilemma, also den Spagat zwischen der Existenzsicherung im Hier und Jetzt und der Vorbereitung auf eine Zukunftsfähigkeit in der digitalen Ökonomie erfolgreich meistern können. Erfolgreich kann der Weg durch die Digitale Transformation nur dann sein, wenn man den Transformationsprozess als ganzheitlichen, evolutionären Prozess versteht. Dieser Prozess wird über mehrere Jahre verlaufen und bedarf neben einer fundamentalen Neuausrichtung bzw. Neuerfindung des Geschäftsmodells auch einer umfassenden Kulturveränderung.

 

Demnächst geht es hier weiter mit Teil 2 und der Evolution der Digitalen Wirtschaft.