Digital Investments News #003 – Die Trading-App BUX im Millennial-Selbsttest

Veröffentlicht von am 14. Dezember 2018 · Kommentieren

Das Banking per Smartphone wird immer populärer und insbesondere Banken reagieren auf die neuen Bedürfnisse der Millennials. Doch wie wirkt sich der Trend zum Smartphone auf den Wertpapierhandel in Deutschland aus? Einen möglichen Ansatz für zukünftiges Trading liefert das Fintech BUX, welches durch Gamification und eine maximale Simplifizierung des Handels mit CFDs und zukünftig auch Aktien auf sich aufmerksam macht.

Trotz anhaltender Niedrigzinsphase investierten 2017 nach Angaben des deutschen Aktieninstitutes lediglich rund 16%¹ der deutschen Bevölkerung in Aktien oder Aktienfonds. Einer der Gründe für die grundsätzliche Skepsis gegenüber des Kapitalmarkts ist die schlichte Annahme, der Handel mit Finanzinstrumenten sei zu komplex und richte sich lediglich an erfahrene Experten. Genau diese Hemmschwelle adressiert die Trading-App BUX. Seit September 2015 ist das niederländische Fintech in Deutschland am Markt und erlangte insbesondere durch das 10,6 Millionen Euro Funding im Oktober letzten Jahres mediale Aufmerksamkeit. BUX hat es sich zum Ziel gemacht, den Handel mit CFDs attraktiver zu gestalten und insbesondere die smartphone-affinen Millennials für den Handel mit CFDs zu gewinnen.
CFDs sind Differenzkontrakte, anhand derer der Anleger auf steigende oder fallende Kurse eines Basiswertes (bspw. einer Aktie) setzen kann, ohne diesen tatsächlich besitzen zu müssen. Fraglich ist jedoch, inwieweit CFDs geeignete Finanzinstrumente für Wertpapiereinsteiger sind.

Wie funktioniert der Handel bei BUX?
Als Millennial mit einer hohen Affinität für Fintechs, fühle ich mich von BUX angesprochen und lade mir die App herunter, ohne zuvor jemals mit CFDs gehandelt zu haben oder signifikante Kenntnisse über den Handel mit CFDs zu besitzen.

Nach Öffnen der App wird erfragt, ob bereits Erfahrungen im Handel mit reellem Geld vorhanden sind. Ist das nicht der Fall, wird ein Konto mit virtueller Währung für den User eröffnet. Anschließend wird dieser direkt in einen angeleiteten Beispieltrade geführt, anhand dessen der Handel mit CFDs bei BUX erklärt wird. Das intuitive Handling der App gefällt auf Anhieb und man beginnt schnell einige Positionen zu eröffnen und weitere Funktionen wie Hebel, Gruppen oder den Newsfeed aktuell getätigter Trades zu erkunden.

Die Plattform beschränkt sich derzeit rein auf den Handel mit CFDs zu Aktien, Indizes, Rohstoffen, Devisen und Kryptowährungen. Zudem bietet sie ein soziales Netzwerk, in dem die User sich über öffentliche und private Gruppen austauschen können oder den Newsfeed nutzen, um aktuelle Trades der BUX-Community zu verfolgen.

Intuitives Lernen durch Simplifizierung und intelligente Calls-to-Action
Basisfunktionen wie das Setzen eines Stop-Loss lassen sich leicht und intuitiv durch die sehr simplifizierte und intuitive Gestaltung der App erlernen. Da BUX in erster Linie unerfahrene Trader , ist der maximale Multiplikator (Hebel) – je nach Basiswert – mitunter deutlich geringer als bei dem Handel über einen herkömmlichen Broker und der maximale Verlust pro Position überschreitet nicht den eingesetzten Betrag. Fällt eine eröffnete Position um 100%, wird diese automatisch geschlossen. Erfahrene Trader können über den Support unkompliziert höhere Multiplikatoren beantragen. Um keinen Trend zu verpassen, lässt sich individuell für einzelne Basiswerte ein Alarm erstellen. Bei starken Kursschwankungen informiert die App per Pusch-Benachrichtigung und führt den User direkt in die Ordererfassung.

Fazit:
Die simple und intuitive Gestaltung der Ordererfassung sowie die Möglichkeit, in Gruppen nach Informationen zu bestimmten Aktien oder Kursentwicklungen zu suchen und sich in der Community über die Veröffentlichung von bevorstehenden Quartalszahlen auszutauschen, verleihen dem angestaubten Handel mit Finanzinstrumenten neue Attraktivität – speziell für Digital Natives. Da dieser Ansatz grundsätzlich leicht übertragbar ist, wird es spannend sein zu sehen, wie etablierte Anbieter Gamification und Simplifizierung in ihrem Online-Wertpapierhandel umsetzen. Das deutlich breitere Produktspektrum und eine striktere Interpretation regulatorischen Anforderungen sind hier potentielle limitierende Faktoren. Nicht nur Millenials, sondern auch erfahrene Trader dürften es etablierten Anbietern mit erhöhter Trading-Aktivität danken, wenn der Wertpapierhandel einfacher gestaltet ist und schlicht mehr Spaß macht.

¹ Quelle: Deutsches Aktieninstitut, Aktionärszahlen des deutschen Aktieninstitutes 2017

 

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