Smarte Produktivitätssteigerung durch Robotic Process Automation (RPA)

Veröffentlicht von am 14. November 2017 · Kommentieren

Über Robotic Process Automation (RPA) lassen sich repetitive Prozesse leicht automatisieren. Gerade für Banken und Versicherungen ergeben sich enorme Potentiale für mehr Effizienz und Produktivität im Tagesgeschäft.

Mit RPA gegen den Margendruck

Weltweit sehen sich Unternehmen der Finanzbranche mit substantiellen Umbrüchen konfrontiert. Margendruck im Niedrigzinsumfeld, die voranschreitende Digitale Transformation und veränderte Kundenanforderungen zwingen Versicherungen und Banken zu mehr Innovation, um im Wettbewerb bestehen zu können. Die vorhandenen Ressourcen müssen dabei so effizient wie möglich eingesetzt werden. Entsprechend halten Unternehmen Ausschau nach neuen Technologien, die hierbei unterstützen können – RPA ist eine solcheTechnologie.

Game Changer RPA

RPA wird als neuer Game Changer gehandelt, wenn es darum geht, die Effizienz eines Unternehmens zu steigern und Kosten drastisch zu senken. Der Term Robotics wird oft fälschlicherweise mit humanoiden Robotern verbunden, also menschenähnlichen Robotern, die laufen und sprechen. Tatsächlich handelt es sich bei RPA aber um einen Software-Robot, der konfiguriert wird, um Prozessaktivitäten zu imitieren, die normalerweise von Menschen ausgeführt werden. Diese Robots bilden gewissermaßen „virtuelle Arbeitskräfte“, die alltägliche Aufgaben erfüllen – vom Erstellen von Reportings und Datenanalysen über das Genehmigen von Krediten bis hin zur Verhinderung von Betrug.

Schluss mit Routineprozessen

Das Identifizieren, Analysieren und Optimieren der zu automatisierenden Prozesse ist dabei ein zentraler Bestandteil und Haupterfolgsfaktor der RPA-Umsetzung. Schön ist, dass RPA problemlos pilotierbar ist. Man muss also nicht gleich die gesamte Prozesslandschaft des Unternehmens analysieren, um erste Erfolge zu sehen – ein einziger ausgewählter Prozess reicht aus. Als Pilotprojekt eignet sich bspw. ein offensichtlicher ‚Pain Point’ im Unternehmen. Repetitive, manuelle und regelbasierte Prozesse mit hohen Volumina besitzen das größte Potenzial, um Einsparungen mit Hilfe von RPA zu realisieren. Einzig eine Prämisse muss beachtet werden: Die Prozesse müssen digital sein – soll heißen: zu bearbeitende Dokumente müssen in elektronischer / digitaler Form vorliegen, und die einzelnen Prozessschritte erfolgen softwarebasiert.

RPA statt Offshoring

Die Software-Robots benutzen dasselbe Interface wie der menschliche Mitarbeiter und führen dieselben Aufgaben aus – nur schneller, präziser und mit einer Fehlerquote von null Prozent. Darüber hinaus ist der Robot unermüdlich: Er arbeitet rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr bei gleichbleibender Servicequalität. Dadurch lassen sich Einsparungen von bis zu 60% realisieren. So könnte man ganz nebenbei dem Mitarbeiter-Offshoring ein Ende setzen. Der virtuelle Mitarbeiterpool kostet nämlich nur rund ein Drittel einer Offshore-Mitarbeiterkapazität und nur ein Zehntel eines Mitarbeiters vort Ort. Die hohe Skalierbarkeit dieser Technologie ist ein weiteres Plus, da sich zusätzliche Robots mit nur geringem finanziellen und zeitlichen Aufwand einsetzen lassen. Ergo: Spitzenbelastungen können mit Leichtigkeit überbrückt werden und Kapazitätsengpässe gehören der Vergangenheit an.

Einfache Implementierung

Dies ist der einfachen, nicht ‚invasiven’ Implementierung geschuldet. Die Robo-Software wird nicht in bestehende Systeme und Anwendungen integriert, es erfolgt also kein zeitraubender und kostspieliger Eingriff in die IT-Infrastruktur. Folglich geschieht die Implementierung meistens innerhalb von Wochen und ist mit geringen Anfangsinvestitionen verbunden. Die geringe Implementierungszeit steigert die Agilität des Unternehmens und ermöglicht es, schnell auf Umweltveränderungen zu reagieren. Zudem kann nach nur wenigen Monaten ein positiver ‚Return-on-Investment‘ erreicht werden.

Was bleibt, sind spannendere Aufgaben

Ein indirekter, aber nicht zu verachtender Vorteil von RPA ist die gesteigerte Zufriedenheit und Produktivität der (menschlichen) Mitarbeiter. Das Befreien eines Mitarbeiters von zeitintensiven, repetitiven Aufgaben mit geringer Wertschöpfung erlaubt es dem Mitarbeiter, sich anderen Aufgaben zu widmen, die kreative Problemlösungsfähigkeit, emotionale Intelligenz und Urteilsvermögen voraussetzen.

RPA ist also mehr als lediglich eine kurzfristige Kostensenkungsmaßnahme, sondern vielmehr ein langfristiger, strategischer Hebel. Das langfristige Potential von RPA ist gewaltig – und trotzdem kann man klein starten, mit einem einzigen automatisierten Prozess als Pilot.