Launch Management: Innovation in etablierten Großunternehmen erfolgreich umsetzen (Teil 1)

Veröffentlicht von am 23. Mai 2018 · Kommentieren

Die Wichtigkeit von Wachstum durch Innovation ist für etablierte Großunternehmen unstrittig. Häufig erleben wir aber, dass gerade Großunternehmen nicht über eine ausgeprägte Innovations-DNA verfügen. Aus unserer Erfahrung besteht Innovation dabei aus zwei Elementen:

  1. Die Kreativität, neue Ideen und Geschäftsmodelle zu entwickeln
  2. Die Kunst, diese neuen Ideen und Geschäftsmodelle in funktionierende Geschäftsanwendung umzuwandeln

Es mangelt nicht an Ideen

Im Rahmen unserer Launch Management Aktivitäten helfen wir Unternehmen, neue Produkte und Dienstleistungen erfolgreich in den Markt zu bringen. In der Praxis sehen wir jedoch immer wieder, dass Großunternehmen viele Ideen haben, aber oft nicht das richtige Handwerkszeug und vor allem nicht die geeigneten Rahmenbedingungen, diese Ideen erfolgreich zu realisieren. Dies wird durch die Digitalisierung noch verstärkt, da sich bestehende Geschäftsmodelle grundsätzlich hinterfragen müssen.

Innovation geht zu 88% schief

Der Prozess der Erschließung neuer Geschäftsfelder durch Neuentwicklung konfrontiert etablierte Großunternehmen mit komplexen Problemen. Selbst wenn Inventionspotentiale in hohem Maße in einem Unternehmen vorliegen, kann das Management die Möglichkeiten oft nur selten realisieren. Studien belegen, dass von 100 Innovationsideen 57 zu technischem Erfolg führen (Invention), davon 31 am Markt eingeführt werden und letztlich 12 wirtschaftlich erfolgreich sind. Demzufolge ergibt sich eine Misserfolgsquote von 88% für von Unternehmen begonnenen Innovationsvorhaben. Unternehmen haben einen Bedarf an Instrumenten zur Bewältigung der offensichtlich schwierigsten Aufgabe im Innovationsprozess – der erfolgreiche Umsetzung von Innovationen.

Daher hat ARKADIA aus zahlreichen Projekten einen Best Practise Ansatz für erfolgreiche Produkt- und Serviceeinführungen im Massenmarkt entwickelt. Dabei rückt eine Frage immer stärker in den Vordergrund: Wie können Großunternehmen die Realisierung von neuen Ideen und Geschäftsmodellen strategisch-organisatorisch am besten unterstützen?

Autonomie vs. Koordination

In unseren Projekten stehen wir mit unseren Kunden im Zuge der Umsetzung einer Innovation immer wieder vor der Entscheidung, diese intern oder extern (z.B. in einer Tochtergesellschaft oder einem Joint Venture) voranzutreiben. Dies bedarf einer Abwägung zwischen dem Grad der benötigten Autonomie einerseits und der damit verbundenen Möglichkeit der Koordination andererseits. Je höher der Grad der Autonomie der mit der Umsetzung beauftragten Einheit, desto höher sind die dadurch entstehenden Autonomiekosten, z.B. durch redundante Ressourcenausstattung, und desto geringer sind die Koordinationsmöglichkeiten und umgekehrt. Es gibt empirische Belege, nach denen Teams, die über einen höheren Grad an Autonomie verfügen, bessere Resultate erzielten als solche, die intensiver koordiniert wurden. Dennoch tendiert aus unserer Erfahrung das Management eher zu koordinierenden Organisationsmodellen als zu autonomen.

Erfolgsfaktor Mensch

Als wichtigster Erfolgsfaktor zur Durchführung von Innovation sehen wir den Faktor Mensch. Innovations-Teams bestehen aus Menschen, die trotz Widerständen und Zweifel in ihrer Umgebung mit Ausdauer und Entschlossenheit an ihren innovativen Ideen festhalten, sie mit hoher Risikobereitschaft sowie leidenschaftlichem Einsatz weiterverfolgen, sie durchsetzen und dabei etablierte Regeln und bürokratische Abläufe durchbrechen. Diese Spezies Mensch findet man in Großunternehmen seltener als in Start Ups. Umso mehr benötigen sie Autonomie, sichtbare Anerkennung, Unterstützung, weitgehende Entscheidungsvollmachten und Toleranz gegenüber Misserfolgen.

Flexibles Launch Management

Es besteht somit ein Optimierungsproblem in dem Spagat zwischen agiler Start-up-Kultur und tradierter Null-Fehler Kultur mit strengen Berichtslinien. Damit dieser gelingt haben wir ein Launch Management-Konzept zur Entscheidungsunterstützung entwickelt, das eine Brandbreite von Lösungsmöglichkeiten bietet und eine Wahl in Bezug auf das bevorzugte Maß an Autonomie bzw. Koordinationsintensität eröffnet. Für jedes Innovationsvorhaben ist eine individuelle Lösung zu finden – abhängig von Neuerungsgrad, Know-how im Unternehmen, Kultur und weiteren Rahmenbedingungen. Die Bandbreite an internen und externen Gestaltungsmöglichkeiten stellen wir in Teil 2 des Beitrags vor.

Ihr Ansprechpartner bei ARKADIA:

Markus Stratmann | markus.stratmann@arkadia.de